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Agentic Commerce: was es ist, wie es funktioniert und was als Nächstes kommt
Von der unterstützten Produktsuche bis zum autonomen Kauf: Was Unternehmen jetzt über Agentic Commerce wissen müssen.

Die aktuelle Realität von Agentic Commerce sieht anders aus als die Vision aus Demos und Schlagzeilen. Derzeit kann ein KI-Agent Produkte finden, vergleichen und einen Warenkorb erstellen, doch der Käufer muss dem Kauf noch zustimmen. Wir nennen das Human-in-the-Loop-Kauf.
Erste Signale zeigen, dass Agentic Commerce zu einem wichtigen Kanal wird. Bislang konvertiert Traffic von KI-Agenten zwei- bis dreimal besser als typischer Suchtraffic. Branchenschätzungen beziffern den von Agenten beeinflussten weltweiten Bruttowarenwert (GMV) bis 2029 auf 2,3 Billionen $.
Die meisten Agentic-Einführungen befinden sich jedoch noch in der Pilotphase. Die USA sind Vorreiter, Europa steht weitgehend noch am Anfang der Testphase.
Dieser Leitfaden zeigt, was Sie jetzt über Agentic Commerce wissen müssen und welche Schritte Sie zur Vorbereitung gehen können, selbst wenn das Thema für Ihr Unternehmen noch weit weg erscheint. Das erwartet Sie:
Was Agentic Commerce heute bedeutet
Wie Agentic Commerce funktioniert
Wie sich Agentic Commerce vom klassischen E-Commerce unterscheidet
Die Protokolle hinter Agentic Commerce
Was Sie über Vertrauen, Compliance und Zahlungen wissen müssen
Beispiele und Vorteile von Agentic Commerce
Was Sie jetzt tun sollten, um sich vorzubereiten
Wie Adyen Sie unterstützen kann
Neugierig, wie Adyen Sie bei Agentic Commerce unterstützen kann? Kontakt aufnehmen
Was ist Agentic Commerce?
Agentic Commerce liegt vor, wenn ein KI-Agent im Auftrag eines Käufers handelt: Er sucht, vergleicht und stellt auf Basis einer Anfrage in natürlicher Sprache einen Warenkorb zusammen, statt dass der Käufer eine klassische Suchleiste oder ein Kategoriemenü nutzt. Der Agent übernimmt die Vorarbeit, doch der Käufer gibt den Kauf weiterhin frei.
Agentic Commerce wird sich voraussichtlich in drei Stufen entwickeln:
Unterstützte Produktsuche: Ein Agent hilft einem Käufer, Produkte zu finden und zu vergleichen, und leitet ihn dann zu einem Händler weiter, bei dem er den Kauf selbst abschließt.
Human-in-the-Loop-Kauf: Ein Agent erstellt einen Warenkorb mit Live-Preisen, Steuern und Verfügbarkeit, und der Käufer prüft und genehmigt die Zahlung.
Autonomer Kauf: Ein Agent schließt eine Transaktion im Rahmen eines vorab vereinbarten Mandats ab, ohne dass jeder einzelne Kauf bestätigt werden muss.
Die meisten Aktivitäten finden heute in den ersten beiden Stufen statt. Autonome Käufe gibt es in frühen Pilotprojekten. In Märkten wie Europa geht die Regulierung weiterhin davon aus, dass eine Person jede Transaktion autorisiert. Dort sind autonome Käufe deshalb wahrscheinlich noch Jahre entfernt.
Wie funktioniert Agentic Commerce?
Ein typischer Human-in-the-Loop-Kauf im Agentic Commerce folgt drei Schritten:
Produktsuche: Auf die Anfrage des Käufers hin fragt der Agent strukturierte Produktdaten ab, darunter Katalog, Preise und Verfügbarkeit.
Warenkorb und Checkout: Der Käufer trifft seine Auswahl, und der Agent erstellt einen dynamischen Warenkorb, der Preise, Steuern und Lieferung in Echtzeit neu berechnet.
Zahlung und Autorisierung: Der Käufer prüft und genehmigt die Zahlung, und die Transaktion wird vor der Verarbeitung auf Betrug geprüft.
Agentic Commerce und Conversational Commerce
Conversational Commerce ist eine Teilmenge von Agentic Commerce. KI-Tools beantworten Fragen und geben Empfehlungen, doch Produktsuche und Checkout übernimmt weiterhin der Käufer selbst. Das entspricht eher der unterstützten Produktsuche als dem Human-in-the-Loop-Kauf, bei dem der Agent einen Teil der Suche und des Checkouts für den Käufer übernimmt.
Agentic Commerce und klassischer E-Commerce
Agentic Commerce ist anders aufgebaut als ein klassischer E-Commerce-Checkout. Ein klassischer Ablauf übergibt Schritt für Schritt zwischen Systemen und gibt jedem System Zeit, nachzuziehen, bevor der nächste Schritt beginnt. Agenten-Sitzungen funktionieren nicht so. Sie fragen Preise, Steuern und Bestand innerhalb einer einzigen Interaktion wiederholt und gleichzeitig ab. Deshalb stellt Agentic Commerce andere Anforderungen an die dahinterliegenden Systeme als ein Standard-Checkout.
Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede zwischen Agentic Commerce und klassischem E-Commerce:
Wer startet
Klassischer E-Commerce
Käufer
Agentic Commerce (heute)
Agent im Auftrag des Käufers
Produktsuche
Klassischer E-Commerce
Suchmaschinen, Stöbern, Kategoriemenüs
Agentic Commerce (heute)
Anfragen im Dialog, ausgerichtet auf die Absicht des Käufers
Datenanforderungen
Klassischer E-Commerce
Standard-Produktfeed
Agentic Commerce (heute)
Strukturierter, maschinenlesbarer Feed, häufig aktualisiert
Checkout
Klassischer E-Commerce
Einzelnes, entscheidendes Ereignis
Agentic Commerce (heute)
Fortlaufende Sitzung mit wiederholten Abfragen, während sich die Anfrage weiterentwickelt
Identität
Klassischer E-Commerce
Logins, Cookies
Agentic Commerce (heute)
Tokens, überprüfbare Mandate
Zahlungsautorisierung
Klassischer E-Commerce
Käufer klickt auf „Kaufen“
Agentic Commerce (heute)
Käufer genehmigt die Zahlung innerhalb eines vom Agenten erstellten Warenkorbs
Agentic-Commerce-Protokolle
Ein Protokoll ist das Regelwerk dafür, wie ein KI-Agent zum Handeln autorisiert wird, wie die Zahlung ausgeführt wird, wie die Einwilligung erfasst wird und wer haftet, wenn etwas schiefgeht.
Zwei Protokolle prägen das Feld derzeit:
Agentic Commerce Protocol (ACP), verbunden mit OpenAI
Universal Commerce Protocol (UCP), verbunden mit Google
Beide konzentrieren sich auf die Human-in-the-Loop-Transaktion. Für andere Bereiche der Agentic-Commerce-Landschaft entstehen unterdessen weitere Protokolle. So ist x402, unterstützt von der Linux Foundation, für Machine-to-Machine-Zahlungen gedacht, bei denen Software an Software zahlt und kein Verbraucher im Transaktionsablauf vorkommt.
In allen Fällen ist es noch früh. Wer Infrastrukturentscheidungen trifft, sollte sich nicht zu früh auf ein Protokoll festlegen. Sonst riskiert er, seine Systeme später komplett umbauen zu müssen.
Verifizierung von KI-Agenten und Betrugsprävention
Die Betrugsprävention hat bisher zwei Fragen gestellt:
Ist diese Person die, für die sie sich ausgibt?
Ist sie berechtigt, diese Transaktion durchzuführen?
Agentic Commerce fügt eine neue Dimension hinzu. Da ein Agent zwischen Käufer und Händler steht, müssen Sie auch legitime von schädlichen Agenten unterscheiden und bestätigen, dass der Agent im Sinne des Kunden handelt.
Das richtig umzusetzen ist nicht einfach. Die Betrugsprävention ging lange davon aus, dass Bots grundsätzlich schädlich sind. Im Agentic Commerce kann ein legitimer Einkaufsagent jedoch genauso aussehen wie ein Scraper oder ein Exploit-Bot. Und selbst ein vollständig autorisierter Agent kann vom Wunsch des Käufers abweichen, etwa indem er ein günstigeres Produkt einsetzt oder die langsamste Versandoption wählt, um ein Preisziel zu erreichen.
Zwei Dinge halten das derzeit in Schach. Erstens ein überprüfbares, auditierbares Mandat, das festhält, wozu ein Agent tatsächlich berechtigt war. Zweitens die Bestätigung jeder Zahlung durch den Käufer. Je häufiger vollständig autonome, vom Agenten ausgeführte Zahlungen werden, desto mehr fällt diese zweite Absicherung weg.
Agentic Commerce lässt außerdem den Betrug, mit dem Sie ohnehin zu tun haben (Missbrauch von Aktionen und Ausnutzung von Zeitfenstern bei der Bestandsreservierung), schneller und in größerem Umfang geschehen. Ihr Fokus muss sich deshalb von einer einzelnen Prüfung bei der Zahlung hin zu einer durchgängigen Kontrollschicht über die gesamte Interaktion verschieben. Aus diesem Grund nennen 30 % der Enterprise-Händler in den USA das Trust Scoring von KI-Plattformen als wichtigstes neues Signal für Agentic Commerce, noch vor anderen neuen Risikoindikatoren.
Compliance im Agentic Commerce
Die Regulierung bringt eine weitere Komplexitätsebene mit, insbesondere in Europa. Rahmenwerke wie Starke Kundenauthentifizierung (SCA) und 3D Secure 2 (3DS2) gehen davon aus, dass eine reale Person den Kauf bestätigt. Deshalb wird der Human-in-the-Loop-Kauf in der Region wahrscheinlich noch länger der Standard bleiben. In den USA gibt es keine vergleichbare Vorgabe zur Authentifizierung in Echtzeit. Das ist mit ein Grund, warum die Pilotprojekte dort schneller vorankommen.
Keine E-Commerce-Plattform und kein Zahlungsdienstleister kann Compliance garantieren. Die richtige Infrastruktur hilft Ihnen, Vertrauen in Agenten, Einwilligung und Haftung früher im Prozess zu klären, bevor Probleme den Checkout erreichen.
Zahlungen durch Agenten
Zahlungen sind die Ausführungsebene von Agentic Commerce. Sobald ein Käufer zustimmt, braucht ein Agent eine Möglichkeit zu bezahlen, die ein Händler wie jede andere Transaktion autorisieren, verarbeiten und auf Betrug prüfen kann. Deshalb spielt Tokenization eine zentrale Rolle. Statt einem Agenten Kartendaten im Klartext zu übergeben, können Sie einen sicheren Token vergeben, mit dem der Agent (mit Zustimmung des Käufers) in dessen Namen handeln darf. So erkennen Sie denselben Kunden über verschiedene Agenten-Sitzungen und Plattformen hinweg wieder, statt jede als neuen Käufer zu behandeln.
Vorteile von Agentic Commerce für Unternehmen
Laut dem Leiter B2B-Partnerschaften von OpenAI, der auf der NRF 2026 sprach, konvertiert Traffic mit hoher Kaufabsicht, den KI-Agenten bringen, zwei- bis dreimal besser als typischer Suchtraffic. Weiter oben im Funnel eröffnet Agentic Commerce außerdem eine neue Entdeckungsfläche für Kunden, die lieber beschreiben, was sie wollen, als danach zu stöbern.
Bei aller Zuversicht der frühen Indikatoren bringt Agentic Commerce aber auch Zielkonflikte mit sich. Wenn ein Dritter Produktsuche und Checkout kontrolliert, riskieren Sie, zu einem austauschbaren Backend-Lieferanten zu werden statt zu einer geschätzten Marke. Hinzu kommt eine Datenfrage: Wenn die Plattform das Mandat hält, die Limits setzt und den Kaufbeleg aufbewahrt, kann sie am Ende mehr von der Kundenbeziehung besitzen als Sie.
Sie können diese Risiken senken, indem Sie die Kontrolle über den Token behalten, statt ihn von der KI-Plattform ausstellen und halten zu lassen. So erkennen Sie den Käufer wieder, unabhängig davon, welche KI-Plattform er nutzt.
Beispiele für Agentic Commerce
Die häufigsten Anwendungsfälle gibt es heute in zwei Bereichen:
Handel, von der Produktsuche bis zum Checkout: Ein Käufer bittet einen Agenten, ein Produkt nach Kriterien wie Stil, Preis, Nachhaltigkeit oder Lieferzeit zu finden und zu vergleichen. Er trifft eine Auswahl, der Agent erstellt den Warenkorb, und der Käufer genehmigt.
Reisebuchung: Ein Agent vergleicht Flug- oder Hotelangebote anhand der Präferenzen des Käufers und schließt die Buchung nach Freigabe ab.
Innerhalb des Handels übernehmen Unternehmen Agentic Commerce in unterschiedlichem Tempo. Bekleidung, Fast Fashion sowie Sport und Outdoor sind Vorreiter. Dort geht es meist um Käufe mit geringem Abwägungsaufwand, bei denen Käufer sich gern von einem Agenten die Auswahl eingrenzen lassen. Langsamer verläuft die Einführung im Luxussegment. Dort erfordern Käufe mehr Abwägung, Recherche und Rückversicherung, oft mit einem menschlichen Kontaktpunkt.
Über alle Kategorien hinweg verfolgen Unternehmen unterschiedliche Ansätze. Einige nutzen proprietäre Plattformen, mit denen sie neue Protokolle schnell umsetzen können. Andere warten ab, was ihre Commerce-Plattformen entwickeln, bevor sie Engineering-Ressourcen binden. Mehr dazu, wie unterschiedliche Unternehmen Agentic Commerce angehen, lesen Sie in: Erkenntnisse von fünf führenden Händlern.
Die Zukunft von Agentic Commerce
Large Language Models (LLMs) haben in rund drei Jahren 1 Milliarde Nutzer erreicht, die schnellste Verbreitung aller erfassten Technologien. Im Hintergrund bauen Plattformen und Kartennetzwerke aktiv die Infrastruktur auf, um Transaktionen durch Agenten in großem Maßstab zu unterstützen. Viele schwierige Fragen sind aber noch unbeantwortet: Welche Protokolle werden sich durchsetzen? Wie wird die Haftung aufgeteilt? Wie funktioniert die Autorisierung plattformübergreifend?
Für Unternehmen ist vor allem wichtig, ob Sie mit jeder KI-Plattform zusammenarbeiten können, ohne Ihr Setup bei jedem Neustart einer neuen Plattform umzubauen. Beim Agentic Commerce der Zukunft wird es nicht darum gehen, Infrastruktur komplett auszutauschen. Es wird darum gehen, neue Kanäle in die Systeme einzubinden, denen Händler bereits vertrauen.
So bereiten sich Unternehmen auf Agentic Commerce vor
Da sich Agentic Commerce noch in der Pilotphase befindet, brauchen Sie keine fertige Agentic-Strategie. Mit diesen Schritten können Sie sich aber schon jetzt vorbereiten:
Produktdaten maschinenlesbar machen
Standard-Produktfeeds wurden für Menschen und Suchmaschinen gebaut. KI funktioniert anders. Sie braucht in Echtzeit Zugriff auf vielfältige Produktinformationen, die sie während einer einzigen Sitzung mehrfach abfragt.
Sorgen Sie dafür, dass alle Daten an einem Ort zugänglich sind und nicht auf mehrere Abteilungen verteilt liegen. Eine Marke stellte zum Beispiel fest, dass das Produktgewicht in einem ganz anderen System lag als der restliche Katalog, ohne verlässliche Verknüpfung. Eine solche Lücke lässt sich beherrschen, wenn das Frontend Ihre eigene Website oder App ist. Für eine KI-Plattform ist sie jedoch eine Sackgasse. Mehr dazu in: Agentic Commerce und Produktfeeds: ein Leitfaden für Händler.
Infrastruktur so offen wie möglich halten
Solange sich kein Protokoll durchgesetzt hat, riskieren Sie mit einem Aufbau für die Anforderungen einer einzelnen Plattform, für die nächste neu bauen zu müssen. Setzen Sie auf eine Infrastruktur, die sich mit den Standards weiterentwickeln lässt, statt sich zu früh an eine einzelne Integration zu binden.
Einwilligung und Mandate klar regeln
Klären Sie, wozu ein Agent im Namen eines Käufers berechtigt ist, welche Limits gelten und wie diese Berechtigung erfasst und geprüft wird.
Teams aufeinander abstimmen
Käufe durch Agenten betreffen Betrugsprävention, Risiko, Produkt, Support und Marketing zugleich. Bringen Sie diese Teams deshalb früh miteinander ins Gespräch, statt das Thema einem einzelnen Team zuzuweisen.
Wie Adyen Agentic Commerce angeht
Wir haben Adyen Agentic als universellen Übersetzer entwickelt, der Unternehmen über eine einzige Integration mit mehreren KI-Plattformen und Protokollen verbindet. Es folgt der oben beschriebenen dreistufigen Struktur aus Produktsuche, Checkout sowie Zahlung und Sicherheit und beruht auf vier Prinzipien:
Agenten dürfen nur im Rahmen eines ausdrücklichen, überprüfbaren Mandats des Käufers handeln.
Unternehmen behalten die Kontrolle über ihre eigenen Zahlungsmethoden und Tokenization.
Mit einem universellen Token erkennen Unternehmen Käufer über alle Agenten-Kanäle hinweg wieder.
Unternehmen behalten die Hoheit über ihre Transaktionsdaten und die Kundenbeziehung, vor, während und nach dem Kauf.
Wir sind außerdem an den Standards beteiligt, von denen all das abhängt: als Mitglied der Agentic AI Foundation, in der Zusammenarbeit mit Google am Agent Payments Protocol und als Gründungsmitglied der x402 Foundation.
Bereit für Agentic Commerce
Agentic Commerce entwickelt sich schnell. Für die meisten Unternehmen trifft aber derzeit noch der Käufer die endgültige Kaufentscheidung. Das gibt Ihnen Zeit, die Grundlagen richtig aufzusetzen: strukturierte Daten, flexible Infrastruktur, klare Regeln für Einwilligungen und eine Zahlungsinfrastruktur, die Ihre Käufer erkennt, wo auch immer sie auftauchen.
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