Artikel

"Do Not Honor" und andere Codes für abgelehnte Karten: Was sie bedeuten und wie man sie vermeidet

Verstehen Sie Ablehnungsgründe wie „Do Not Honor“, „Unzureichende Deckung“ oder „Verdacht auf Betrug“ und finden Sie heraus, wie Sie diese in erfolgreiche Zahlungen verwandeln können.

5 Juni, 2024
 ·  8 Minuten

Ablehnungscodes bei Zahlungen können ebenso vieldeutig wie allgegenwärtig sein. Der Code „05 Do Not Honor” bei Kreditkarten kann zwischen 10 % und 60 % Ihrer abgelehnten Zahlungen ausmachen. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Und wie können Sie darauf reagieren? Eine einfache Antwort gibt es leider nicht. Aber dank unserer jahrelangen Erfahrung in der Analyse von Autorisierungsraten, unserer engen Zusammenarbeit mit Kartenanbietern und dem Aufbau unserer eigenen Bank haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen.

Die Anatomie einer Kartenablehnung

Wenn ein Kunde mit Karte bezahlt, wird die Zahlungsanfrage von Ihrem Acquirer über die Kartennetzwerke (Visa/Mastercard) an die ausstellende Bank des Kunden weitergeleitet. Dort werden die übermittelten Daten geprüft, um zu entscheiden, ob die Transaktion genehmigt oder abgelehnt wird.

In den meisten Fällen läuft alles reibungslos, und die Transaktion wird genehmigt. Es gibt jedoch auch Situationen, in denen die ausstellende Bank die Zahlung verweigert. Die Ablehnung wird Ihnen dann durch einen zwei- bis dreistelligen Antwortcode mitgeteilt. Ihr Zahlungsdienstleister fügt in einigen Fällen eine interpretierte Erklärung hinzu, die Ihnen hilft, die Gründe besser zu verstehen.

Dieser gesamte Prozess läuft ab, während Ihr Kunde darauf wartet, dass sein Einkauf genehmigt wird. Es ist daher wichtig, einen Plan für den Fall einer Ablehnung zu haben. Welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten, hängt letztlich vom erhaltenen Antwortcode ab.

Flussdiagramm mit Entscheidungspunkten, die durch Häkchen und Kreuze dargestellt werden.

05 Do Not Honor: Die ursprüngliche Ablehnungsantwort

Der Code „05 Do Not Honor“ ist ein allgemeiner Sammelcode, der darauf hinweist, dass die ausstellende Bank die Autorisierung der Transaktion verweigert.

Früher griffen Banken bei nahezu allen Ablehnungsgründen auf diesen Code zurück – von unzureichender Deckung über vermuteten Betrug bis hin zu gesperrten Karten. Daher konnte „05 Do Not Honor“ bis zu 60 % aller abgelehnten Zahlungen ausmachen. In den letzten Jahren haben die Kartennetzwerke jedoch Maßnahmen ergriffen, um die Transparenz bei Ablehnungsgründen zu erhöhen. Das ist eine gute Nachricht: Sie erhalten jetzt detailliertere Informationen, mit denen Sie erneute Zahlungsversuche gezielter steuern, die Kommunikation mit Ihren Kunden verbessern und letztlich Ihre Conversion Rate steigern können.

Im Zuge dieser Initiative haben Mastercard und Visa zudem die Nutzung des „Do Not Honor“-Codes durch Banken eingeschränkt. Aus diesem Grund sehen Sie wahrscheinlich inzwischen eine größere Vielfalt an Ablehnungscodes.

51 Unzureichende Deckung

Der Code „51 Unzureichende Deckung“ wird zurückgegeben, wenn der Kunde nicht genügend Geld auf seinem Konto hat, um den Kauf abzuschließen – wie der Name bereits andeutet. Es handelt sich um die häufigste Ablehnungsantwort, die vor allem für Unternehmen mit gespeicherten Kartendaten, etwa bei Abonnements, eine Herausforderung darstellen kann, da sie den Kunden nicht direkt auffordern können, eine alternative Zahlungsmethode zu verwenden.

Auch wenn Sie wenig tun können, wenn das Konto des Kunden nicht ausreichend gedeckt ist, können Sie dennoch Ihre Erfolgschancen steigern: Planen Sie erneute Zahlungsversuche strategisch, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Transaktion zu erhöhen.

Optimieren Sie Ihre Rechnungsstellung

Für Abonnement-Unternehmen liegt es nahe, den Tag der ersten Zahlung als Referenz für zukünftige Abrechnungen zu nutzen. Allerdings besteht dabei das Risiko, dass die Abrechnung kurz vor dem nächsten Zahltag erfolgt – einem Zeitpunkt, an dem die Konten Ihrer Kunden unzureichend gedeckt sind. Dieser Zahltag variiert je nach Land: In Großbritannien werden Gehälter typischerweise am Monatsende ausgezahlt, während in den USA meist alle zwei Wochen bezahlt wird.

Durch die Analyse der Erfolgsraten von Transaktionen in den einzelnen Märkten können Sie fundierte, datengestützte Entscheidungen treffen und so die optimalen Zeitpunkte für Ihre Abrechnungen bestimmen.

Bewerten Sie Ihr Checkout-Erlebnis

Bei Zahlungen außerhalb von Abonnements sollten Sie darauf achten, welche Nachricht Ihre Kunden bei einer Ablehnung aufgrund unzureichender Deckung erhalten. Eine unglücklich formulierte Mitteilung kann dazu führen, dass Sie den Kunden dauerhaft verlieren. Eine klare und lösungsorientierte Nachricht hingegen kann den Verkauf retten. Der Schlüssel liegt darin, den Fokus auf eine Lösung zu legen - beispielsweise, indem Sie dem Kunden vorschlagen, eine alternative Zahlungsmethode zu verwenden.

Verwenden Sie Teilautorisierungen

Teilautorisierungen bieten eine effektive Möglichkeit, Zahlungsausfälle zu minimieren. Diese von Mastercard und Visa bereitgestellte Funktion erlaubt es, den verfügbaren Kontostand des Kunden einzuziehen und ihn anschließend auf eine alternative Zahlungsmethode hinzuweisen. Teilautorisierungen kommen häufig bei Zahlungen vor Ort zum Einsatz, beispielsweise beim Laden von Elektrofahrzeugen oder an automatisierten Tankstellen. Sie können jedoch ebenso für E-Commerce- und Abonnementzahlungen verwendet werden, um die Zahl der Fälle mit unzureichender Deckung deutlich zu reduzieren.

Nutzen Sie Netzwerkantwort-Informationen (Mastercard)

Acquirer erhalten von Mastercard gelegentlich zusätzliche Informationen, die Empfehlungen dazu geben, wann ein erneuter Versuch bei einer „51 Unzureichende Deckung”-Ablehnung sinnvoll ist. Ihr Zahlungsdienstleister sollte diese Informationen im Rahmen der Mastercard Merchant Advice Codes an Sie weiterleiten, damit Sie Ihre Strategie für erneute Zahlungsversuche optimieren können.

Aktuelle Kundenaktivität

Ihr Unternehmen ist wahrscheinlich nur eines von vielen, mit denen Ihr Kunde interagiert. Vielleicht hat er gerade einen größeren Einkauf auf einer riskanten Website getätigt oder mitten in der Nacht eine umfangreiche Shopping-Tour unternommen. In solchen Fällen kann der Kartenherausgeber Ihre Zahlungsanfrage ablehnen – unabhängig davon, wie Sie Ihre Autorisierungsanfrage formatieren. Solche Entscheidungen beruhen häufig auf den Aktivitäten des Kunden bei anderen Unternehmen.

In den meisten Fällen können Ablehnungen, die auf aktuelle Kundenaktivitäten zurückzuführen sind, zu einem späteren Zeitpunkt erneut versucht werden. Transparenz gegenüber dem Kunden ist hierbei hilfreich: Erklären Sie, warum die Zahlung fehlgeschlagen ist, und schlagen Sie eine geeignete Lösung vor. Die konkrete Vorgehensweise hängt dabei vom Ablehnungscode ab:

  • Überschreitet Abhebungslimit: Dieser Code weist darauf hin, dass der Kunde das kumulative Tagesausgabelimit seiner Karte überschritten hat.

  • Überschreitet Abhebungshäufigkeit: Hier bedeutet der Code, dass der Kunde die zulässige Anzahl von Transaktionen pro Tag überschritten hat.

In beiden Fällen sollten Sie den Kunden über das Problem informieren und ihm empfehlen, sich an seinen Kartenanbieter zu wenden. Ein erneuter Zahlungsversuch sollte nicht am selben Tag erfolgen.

Datenfehler

Transaktionen können manchmal aufgrund fehlerhafter oder unvollständiger Daten scheitern, die an den Kartenherausgeber übermittelt werden. Häufige Beispiele sind eine fehlgeschlagene Adressprüfung (Address Verification Service, AVS), ein nicht übereinstimmender Kartenprüfwert (Card Verification Value, CVV) oder das Fehlen einer 3DS2-Authentifizierung bei PSD2-relevanten Transaktionen. Entscheidend ist, den fehlerhaften Datensatz zu identifizieren, der die Ablehnung ausgelöst hat, und die Transaktion mit den korrekten Informationen erneut einzureichen.

CVV-Fehler

Der CVV2- oder CVC2-Code ist der dreistellige Sicherheitscode auf der Karte des Kunden. Stimmt dieser Code nicht mit den Daten überein, die beim Kartenherausgeber hinterlegt sind, wird die Transaktion abgelehnt. Dies kann sogar bei Zahlungen vor Ort vorkommen, etwa wenn das Terminal Schwierigkeiten hat, den im Chip gespeicherten CVV-Code korrekt auszulesen.

Häufig wird ein solcher Fehler weiterhin als „05 Do Not Honor” gemeldet. Visa verwendet jedoch für CVV2-Fehler einen speziellen Ablehnungscode: „N7 Decline”.

Behalten Sie die Codes in Kombination mit den CVV-Ergebnissen im Blick, die von Ihrem Zahlungsdienstleister bereitgestellt werden. Wenn diese auf einen CVV-Fehler hinweisen, bitten Sie Ihren Kunden, seine Kartendaten erneut einzugeben, oder starten Sie die Zahlung am Terminal erneut.


AVS nicht übereinstimmend 

Der AVS vergleicht die beim Checkout eingegebenen Adressdaten mit den Informationen, die in der Datenbank des Kartenherausgebers hinterlegt sind. Diese Prüfung ist vor allem in Großbritannien und den USA gängig.

Bei einer Nichtübereinstimmung stellt der AVS in der Regel einen spezifischen Antwortcode bereit. Dieser Code gibt an, ob das Problem bei der Postleitzahl, der Straße oder beidem lag.

Bei einer Ablehnung aufgrund einer AVS-Nichtübereinstimmung bitten Sie den Kunden, seine Adressdaten erneut einzugeben.


Authentifizierung erforderlich (Soft-Ablehnung)

Die Ablehnungscodes „1A Authentication Required“ und „65 Authentication Required“ weisen darauf hin, dass eine Transaktion wegen fehlender Authentifizierung abgelehnt wurde. Solche Soft-Ablehnungen treten in der Regel bei Kartenherausgebern auf, die verpflichtet sind, eine starke Kundenauthentifizierung (SCA) durchzusetzen, etwa im Europäischen Wirtschaftsraum im Rahmen der PSD2-Vorgaben.

Die Strategie bei einer Soft-Ablehnung besteht darin, den Kunden zu authentifizieren und die Transaktion erneut zu versuchen. Wenn der Kunde nicht aktiv in einer Sitzung ist (z. B. bei einem Abonnement), müssen Sie ihn dazu bringen, sich erneut zu authentifizieren. In solchen Fällen sind Tools wie Pay By Link, die per E-Mail verschickt werden können, besonders hilfreich.


Abgelaufene und gesperrte Kartenkonten

Dieser Fall tritt auf, wenn eine Karte entweder abgelaufen ist oder gesperrt wurde. Besonders problematisch wird dies, wenn Sie Abo-Zahlungen verarbeiten und Ihr Kunde nicht aktiv in einer Sitzung ist, um die Zahlungsinformationen sofort zu aktualisieren.

Der beste Weg, solche Transaktionen wiederherzustellen, besteht darin, die Zahlung mit den aktuellen Kartendaten des Kunden erneut zu versuchen. Account-Updater- und Netzwerk-Tokenisierung-Dienste können dabei helfen, diese Art von Ablehnungen zu minimieren, indem sie sicherstellen, dass stets die richtigen Kartendaten hinterlegt sind.


Formatfehler

„12 Invalid Transaction“ und „30 Format Error“ deuten darauf hin, dass es ein Problem mit den Transaktionsdaten gibt, die an den Kartenherausgeber übermittelt wurden. 

Versuchen Sie nicht, diese Transaktion erneut auszuführen. Bitten Sie stattdessen den Kunden, eine alternative Zahlungsmethode anzugeben.


Einschränkungen bei der Kartennutzung

Die Ablehnungscodes „57 Transaction Not Permitted“ und „62 Restricted Card“ treten auf, wenn die Karte für die geplante Transaktion nicht verwendet werden kann. Dies kann beispielsweise an geografischen Einschränkungen oder einer Beschränkung auf bestimmte Nutzungskanäle liegen (z. B. nur in den USA oder ausschließlich für Zahlungen vor Ort). 

Informieren Sie den Kunden über die Einschränkung und empfehlen Sie ihm, sich an seine Bank zu wenden, um diese aufheben zu lassen. Erst nachdem dies erledigt ist, sollten Sie die Transaktion erneut versuchen.


Technische Ausfälle

Manchmal scheitert eine Zahlung aufgrund eines temporären Systemausfalls. In solchen Fällen können Ablehnungscodes wie „96 System Malfunction“, „91 Issuer Unavailable“ oder „05 Do Not Honor“ zurückgegeben werden.

In solchen Situationen können Zahlungen automatisch erneut versucht werden. Allerdings ist Vorsicht geboten: Wiederholtes Ausführen fehlgeschlagener Transaktionen kann zu Problemen mit den Kartennetzwerken führen. Zwar können durch Wiederholungen über längere Zeiträume kleine Erfolge erzielt werden, doch die Erfolgsquote nimmt zwangsläufig ab.

Die beste Herangehensweise ist es, herauszufinden, wie viel gerettet werden kann, während gleichzeitig die Compliance mit den Vorgaben der Kartennetzwerke gewährleistet bleibt.

Verdacht auf Betrug

Kartenherausgeber setzen Betrugserkennungssysteme ein, um verdächtige Aktivitäten zu identifizieren, und neigen dabei verständlicherweise dazu, vorsichtig zu handeln. Leider erhalten Sie als Händler oft keine weiteren Informationen zum Grund der Ablehnung – außer dem Ablehnungscode „Verdacht auf Betrug“.

Zusätzlich zur Ablehnung der Transaktion sperrt der Kartenherausgeber die Karte häufig vorübergehend. In solchen Fällen ist es ratsam, den Kunden zu bitten, sich mit seiner Bank in Verbindung zu setzen. Dank moderner Banking-Apps kann dies häufig mit nur einem Klick erfolgen. Ein erneuter Zahlungsversuch sollte erst unternommen werden, nachdem die Bank kontaktiert und die Karte entsperrt wurde.

Person am Computer mit abgelehnter Zahlungsbenachrichtigung auf dem Monitor

Richtlinien- und Lebenszyklus-Ablehnungen

Wenn Sie die Ablehnungscodes der letzten Jahre analysieren, könnten Sie feststellen, dass die Codes „82 Policy”, „79 Lifecycle” und „83 Fraud/Security” häufiger geworden sind als der klassische „05 Do Not Honor”. Diese Codes sind spezifisch für Mastercard und lassen sich durch den Mastercard Merchant Advice Code erklären, den Ihr Zahlungsanbieter Ihnen bereitstellen sollte.

  • MAC = 01: Dieser Code wird meist mit einer „83 Fraud/Security”-Ablehnung verknüpft und bedeutet, dass neue Kontoinformationen verfügbar sind (z. B. weil die Karte abgelaufen ist oder gesperrt wurde). Hier können Account Updater oder Netzwerk-Token helfen, das Problem zu lösen, ohne den Kunden direkt um die neuen Kartendaten bitten zu müssen.

  • MAC = 02: Dieser Code wird in der Regel mit einer „82 Policy”-Ablehnung verknüpft und deutet darauf hin, dass die Ablehnung durch Aktivitäten des Kunden verursacht wurde. In solchen Fällen sollten Sie 72 Stunden warten, bevor Sie die Transaktion erneut versuchen, damit etwaige Zähler oder Limits auf der Karte zurückgesetzt werden können.

  • MAC = 03: Dieser Code wird häufig mit einer „79 Lifecycle”-Ablehnung in Verbindung gebracht und bedeutet, dass die Transaktion nicht erneut versucht werden kann. In diesem Fall sollten Sie den Kunden kontaktieren und eine alternative Zahlungsmethode anfordern.

Holen Sie sich Payment-News direkt in Ihre Inbox.