New York · 3 Juni, 2026
Adyen Fraud Report: Herkömmlicher Betrug sinkt um 20 Prozent, First-Party-Betrug als neue Hauptbedrohung für Unternehmen
Adyen, die bevorzugte Finanztechnologie-Plattform führender Unternehmen, hat heute seinen Fraud Report für 2026 mit dem Titel „Betrug in der Identitätskrise“ veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass die Gesamtverluste durch Betrug im Zusammenhang mit betrügerischen Rückbuchungen auf der globalen Plattform von Adyen im Jahr 2025 um 20 Prozent zurückgegangen sind. Doch dahinter verbirgt sich ein gefährlicher Trend: Dem Bericht zufolge sank der durchschnittliche Wert von betrugsbedingten Streitigkeiten im gleichen Zeitraum um 23 Prozent. Das deutet darauf hin, dass es Betrugsfälle nicht mehr nur in einer kleinen Anzahl an hochpreisigen Transaktionen gibt, sondern sich diese auch auf Transaktionen mit geringerem Wert ausgeweitet haben. Es ist demnach einfacher geworden, solche Aktivitäten in großem Umfang durchzuführen. Betrug geht nicht zurück, sondern verteilt sich neu und der weltweite E-Commerce-Betrug wird voraussichtlich bis 2029 100 Milliarden US-Dollar überschreiten – gegenüber 44 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.
Der Bericht, der Daten der globalen Finanztechnologie-Plattform von Adyen mit einer Befragung großer Unternehmen kombiniert, kommt zu dem Ergebnis, dass Automatisierung und KI die Eintrittsbarrieren für Betrüger gesenkt haben und es ermöglichen, betrügerische Taktiken zu programmieren, zu testen und in geschlossenen Netzwerken zu teilen. Fake- und Bot-Konten sind mittlerweile weltweit die zweithäufigste Betrugsart; 42 Prozent der Unternehmen geben an, davon betroffen zu sein.
„Der weltweite E-Commerce-Betrug wird bis 2029 voraussichtlich die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten, was auf einen grundlegenden Wandel in der Vorgehensweise von Betrügern zurückzuführen ist. Wir beobachten eine Verlagerung weg von externen Angriffen mit hohem Schadenspotenzial hin zu umfangreichem Missbrauch innerhalb vertrauenswürdiger Umgebungen“, so Trevor Nies, Global Head of Digital bei Adyen. „Dies wird sich mit Agentic Commerce noch beschleunigen. KI-Agenten automatisieren und skalieren die Grenzfälle, mit denen Unternehmen bereits jetzt zu kämpfen haben, und das in großem Maßstab. Hier kommt Dynamic Identification von Adyen ins Spiel. Wer in dieser neuen Zeit bestehen will, muss weg von statischen Abwehrmethoden und hin zu einem dynamischen Trust-Scoring, das automatisiertes Handeln im großen Stil richtig einschätzen kann.“
Risiko ist in vertrauenswürdige Umgebungen vorgedrungen
Das größte Risiko geht nicht mehr von Fremden aus, die sich gewaltsam Zugang verschaffen. Es geht vielmehr von bekannten Kunden, authentifizierten Konten und verifizierten Geräten aus – also von First-Party-Betrug. First-Party-Betrug ist mittlerweile die am häufigsten gemeldete Betrugsart (44 Prozent), dicht gefolgt von gefälschten Konten und Identitätsmissbrauch (42 Prozent) sowie dem Missbrauch von Richtlinien oder Werbeaktionen (40 Prozent). Traditionellere Bedrohungen wie gestohlene Karten und Kontoübernahmen wurden von 36 Prozent der befragten Unternehmen gemeldet.
Daten der Adyen-Plattform zeigen zudem, dass nur drei Prozent der Identitäten für 50 Prozent des gesamten Rückerstattungswerts verantwortlich sind, während fünf Prozent der Identitäten 41 Prozent der Betrugsfälle und 58 Prozent des Betrugsvolumens ausmachen. Die Kosten für die Bearbeitung eines einzelnen Streitfalls wegen First-Party-Betrugs sind von 74 US-Dollar im Jahr 2024 auf nun 82 US-Dollar gestiegen.
Dieses Muster zeigt sich vor allem in Zeiten mit hohem Einkaufsaufkommen, wenn saisonale Rabatte, verkürzte Rückgabefristen und Treueprämien einem kleinen Teil betrügerischer Kunden mehr Spielraum bieten. Die Aktionen selbst verursachen den Betrug zwar nicht, wirken jedoch wie ein Brandbeschleuniger: Sie verkürzen den Betrugszyklus, weil alles in extrem kurzer Zeit abläuft und Unternehmen dadurch Schwierigkeiten haben, in Echtzeit zu erkennen, wer ein legitimer Käufer ist und wer das System gezielt ausnutzt.
Fälschliche Kundenablehnungen entwickeln sich zur größeren Gefahr für den Umsatz
Für die meisten Händler besteht das größere geschäftliche Risiko nicht mehr darin, Betrugsfälle nicht zu entdecken, sondern darin, legitime Kunden abzuweisen. 50 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage von Adyen teilgenommen haben, berichten von einer steigenden Zahl ungerechtfertigter Ablehnungen, und statische Kontrollmechanismen blockieren bis zu 10 Prozent der legitimen Kunden an der Kasse. 58 Prozent geben an, dass die Kosten für manuelle Überprüfungen steigen, was die zusätzlichen Kosten, die durch Betrug entstehen, deutlich macht.
Die Kosten summieren sich. Fast 70 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass Betrug und Missbrauch das Umsatzwachstum in den nächsten 12 bis 24 Monaten bremsen werden. In der Reise- und Gastgewerbe-Branche sind es sogar 79 Prozent und im Bereich digitale Güter und Gaming 81 Prozent. Die Sichtweise auf die Funktion selbst verändert sich entsprechend: 48 Prozent der Unternehmen betrachten Betrugsmanagement mittlerweile als einen Balanceakt zwischen Verlustprävention und Wachstum, während 39 Prozent es in erster Linie als eine wachstumsfördernde Funktion ansehen. Nur 3,2 Prozent geben an, im vergangenen Jahr keine Kompromisse im Zusammenhang mit Betrug eingegangen zu sein.
„Früher ging es beim Betrugsmanagement darum, betrügerische Akteure abzuhalten, doch mittlerweile hat sich die Bedrohung nach innen verlagert – auf vertrauenswürdige Konten, verifizierte Identitäten und sogar autonome Agenten“, sagte Brigette Korney, Global Head of Performance Optimization bei Adyen. „Unternehmen, die jetzt handeln, werden einen erheblichen Vorteil denen gegenüber haben, die abwarten und die Risiken im Grunde selbst tragen.“
Agentic Commerce öffnet die nächste Grenze
Das Betrugsrisiko breitet sich auch auf den autonomen Handel (Autonomous Commerce) aus. Da KI-Agenten voraussichtlich innerhalb von fünf Jahren zwischen 5 und 20 Prozent des Zahlungsvolumens beeinflussen werden, bezeichnen bereits 30 Prozent der Händler das Trust-Scoring durch KI-Plattformen als den wichtigsten Faktor, um diesen Wandel zu bewältigen. Agentic Commerce schafft keine neue Art von Betrug, sondern automatisiert und skaliert die Grenzfälle, mit denen Unternehmen bereits jetzt zu kämpfen haben, und dehnt das Risiko über den Bezahlvorgang hinaus auf Werbeaktionen, Rückgaben und die Identitätsprüfung aus.
Die Schere zwischen der Akzeptanz durch die Verbraucher und der Fähigkeit zur Betrugserkennung von Unternehmen klafft immer weiter auseinander. Die herkömmliche Betrugserkennung stützte sich auf typisch menschliche Verhaltensweisen wie Unsicherheit, bestimmte Surfgewohnheiten und das Zögern echter Käufer. Autonome Agenten zögern nicht. Das macht sie von betrügerischen Agenten kaum unterscheidbar, und die auf menschlichem Verhalten basierende Betrugserkennung hat darauf noch keine passende Antwort.
Der Bericht vereint Transaktionsdaten von der globalen Plattform von Adyen mit Umfrageergebnissen von Großunternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Reise und Gastgewerbe, digitale Güter, Gaming und anderen Branchen. Der vollständige Bericht ist hier verfügbar.
Methodologie Dieser Bericht stützt sich auf zwei primäre Datenquellen: (1) Transaktionsdaten der Adyen-Plattform für das gesamte Jahr 2025, die ein weltweit verarbeitetes Zahlungsvolumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar umfassen, und (2) eine Umfrage unter 1.000 Entscheidungsträgern in US-amerikanischen Unternehmen, die im Zeitraum vom 27.02.2026 bis zum 06.03.2026 durchgeführt wurde. Die Umfrageteilnehmer wurden über Censuswide rekrutiert, und die Antworten basieren auf Selbstauskünften. In diesem Bericht beziehen sich „Daten der Adyen-Plattform“ auf aggregierte und anonymisierte Transaktionsdaten, die über die Adyen-Plattform verarbeitet wurden, während „Umfragedaten von Adyen“ die Antworten aus der oben genannten Händlerumfrage bezeichnen.
Über Adyen Adyen (AMS: ADYEN) ist die bevorzugte Finanztechnologie-Plattform führender Unternehmen. Mit seinen End-to-End-Zahlungsfunktionen, datengesteuerten Analysen und Finanzprodukten in einer einzigen globalen Lösung hilft Adyen Unternehmen, ihre Ziele schneller zu erreichen. Adyen hat Niederlassungen auf der ganzen Welt und arbeitet mit Unternehmen wie Meta, Uber, H&M, eBay, Zalando, Flix, Robert Bosch GmbH und Microsoft zusammen.
