Kenia und die Ursprünge der mobilen Zahlungsdienste

Afrika bietet einen ausgereiften Markt für mobile Zahlungen sowie einen fortwährend wachsenden E-Commerce-Sektor, und bietet Unternehmen somit eine ideale Grundlage, um ihr Angebot auf dem Kontinent auszuweiten.

Kenia ist ein Land der Gegensätze. Seine Einwohnerzahl beläuft sich auf nur 48 Millionen Menschen, doch es beheimatet ganze 68 Sprachen. Es ist bekannt für seine beeindruckende Tierwelt und Natur, zählt zugleich jedoch einige der am dichtesten besiedelten Städte Afrikas. Ein großer Anteil seiner Bürger hat kein Bankkonto und dennoch verfügt Kenia über eine der ausgereiftesten elektronischen Zahlungsmethoden der Welt.

Bei seinem Besuch in Nairobi im Jahr 2016 beschrieb Mark Zuckerberg, Geschäftsführer von Facebook, Kenia im Bereich der mobilen Zahlungsdienste als „weltweit führend“. Der erste mobile Zahlungsdienst M-Pesa spielt eine große Rolle für diese internationale Anerkennung. Laut pymnts.com „befinden sich 49 Prozent aller mobilen Geldkonten weltweit in Subsahara-Afrika, wobei die Nutzung der Technologie in Ostafrika – einer Region, die Kenia, Uganda, Ruanda und Tansania einschließt – besonders hoch ist“.

Afrika bietet einen ausgereiften Markt für mobile Zahlungen sowie einen fortwährend wachsenden E-Commerce-Sektor, und bietet Unternehmen somit eine ideale Grundlage, um ihr Angebot auf dem Kontinent auszuweiten. Umso mehr freuen wir uns, einer der ersten globalen Zahlungsdienstleister zu sein, der in den kenianischen Markt einsteigt und M-Pesa in sein Angebot aufnimmt.

Die Geschichte von M-Pesa

Rechnungen online zu bezahlen, ohne vor einer Bank- oder Postfiliale anstehen zu müssen, ist für viele von uns zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch für zahlreiche Kenianer war genau das bis vor Kurzem noch Realität. Viele Kenianer leben in ländlichen Gebieten, die nur begrenzt mit Transportnetzen ausgestattet sind. Um ein einziges Bankgeschäft zu erledigen, mussten diese Menschen oftmals lange, beschwerliche Fahrten in die Städte auf sich nehmen – doch M-Pesa konnte dem dank seines benutzerfreundlichen SMS-basierten Service Abhilfe schaffen.

Seit 2007 ermöglicht M-Pesa es seinen Benutzern, Güter und Dienstleistungen zu bezahlen, sowie Geld zu überweisen und zu sparen. Ursprünglich entwickelt wurde das über das Netzwerk von Safaricom laufende System, um kleinen Unternehmen die Rückzahlung von Mikrokrediten zu erleichtern. In kürzester Zeit wurde M-Pesa ein unentbehrlicher Service für die ländliche Bevölkerung und die gesamte kenianische Wirtschaft. So erkannten Busfahrer, die Bargeld mit sich führten, die Annahme von M-Pesa beispielsweise schnell als einen sicheren Weg, den hohen Anteil gefälschter Banknoten im Umlauf zu vermeiden.

Ein Mann, der mit M-Pesa bezahlt

Schon bald war M-Pesa mehr als nur eine Zahlungsmethode. Vielmehr wurde es zu einem Sinnbild für die Entstehung und das Wachstum neuer Technologien auf dem gesamten Kontinent. Kenia hat die Ära des Desktop-Banking geschickt umgangen und ist seiner Zeit voraus, während Europa und Nordamerika immer noch dabei sind, aufzuholen.

Die „Silicon Savannah“

Die Erfolgsgeschichte von M-Pesa hat wichtige Akteure der Technologiebranche wie Zuckerberg dazu veranlasst, ihre nächsten Innovatoren auf dem afrikanischen Kontinent zu suchen. Laut Quartz Africa sind Investitionen in afrikanische Start-ups im Jahr 2018 um 400 % gestiegen, wobei Kenia nach Südafrika und Nigeria die meisten Investitionen verzeichnen konnte.

Aufgrund dieser hohen Investitionen und Entwicklungschancen erheben inzwischen viele afrikanische Städte den Anspruch, eine „Silicon Savannah“ zu sein. In Anlehnung an das Silicon Valley in den USA wird dieser Begriff verwendet, um eine Gegend mit aufstrebender Start-up- und Technologie-Szene zu beschreiben. Auf dem afrikanischen Kontinent trifft dies auf Millionenstädte wie Lagos, Johannesburg und Nairobi zu.

Abgesehen von der Entwicklung der ursprünglichen mobilen Zahlungsmethode wartet Kenias Silicon Savannah mit einem weiteren entscheidenden Vorteil auf: Im Vergleich zu den anderen Ländern des Kontinents verfügt Kenia über eine herausragende Internetverbindung. 2009 wurde das Untersee-Glasfaserkabel The East African Marine System (TEAMS) entwickelt, das Ostafrika mit dem Rest der Welt verbinden sollte. Heute ist Afrika aufgrund seiner immensen Größe sowie seiner stark verbesserten Infrastruktur ein Kontinent, in dessen Märkte viele globale Unternehmen eintreten wollen.

Kenias Zahlungsstruktur

90,4 % der kenianischen Bevölkerung sind im Besitz eines Smartphones, und circa 50 % nutzen es, um Zahlungen abzuwickeln. Debit- und Kreditkarten hingegen sind wenig verbreitet, und es gibt immer noch eine beträchtliche Anzahl von Bürgern, die keinen Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen haben.

Zahlungsmethoden im Einsatz

Unsere Local Payments Managerin Willemijn erinnert sich noch daran, wie M-Pesa ihr bei ihrer Reise durch Ostafrika zu Hilfe kam:

„2013 reisten mein Partner und ich durch den tiefen Westen Kenias, durch wunderschöne Landschaften, die bis auf ein paar entlegene Dörfer unberührt schienen. Während wir die Umgebung auf uns wirken ließen, bemerkten wir plötzlich, dass wir kaum noch Benzin hatten, und – was fast noch schlimmer war – kein Bargeld bei uns trugen. Das war ein ziemlicher Schock!

Wir klapperten die drei nächstgelegenen Dörfer ab, doch zu unserer Besorgnis fanden wir in keinem einzigen einen Geldautomaten. Langsam aber sicher wurden wir immer verzweifelter und riefen einen Freund an, der einige Hunderte Kilometer entfernt in Nairobi lebte. Der konnte unsere Sorge gar nicht verstehen. ‚Das ist kein Problem, benutzt einfach M-Pesa‘, sagte er, und wies uns an, einen M-Pesa-Händler zu suchen. M-Pesa-Händler gab es tatsächlich überall: Jedes noch so kleine Geschäft schien diese Zahlungsmethode anzubieten. Unser Freund schickte Geld an unsere kenianische Telefonnummer, wir zeigten unsere Referenznummer im Geschäft, und der Händler zahlte uns den Betrag in Bargeld aus. So einfach war unsere Krise überwunden!

Ich war so begeistert von meiner Reise durch Kenia und meiner Erfahrung mit M-Pesa, dass ich nicht zweimal nachdenken musste, als mir eine Stelle innerhalb der afrikanischen Zahlungslandschaft angeboten wurde. Ich freue mich nun darauf, Unternehmen bei der Erweiterung ihres Zahlungsangebots auf dem Kontinent – angefangen bei Kenia – zu unterstützen."

Was bietet Adyen?

Mit nur einer einzigen Integration und ohne zusätzlich anfallende Kosten erschließen wir Ihnen die wichtigsten afrikanischen Märkte: Kenia, Uganda, Tansania und Ghana. Zudem sind wir in Südafrika und Nigeria als Zahlungs-Gateway tätig.

Dabei kooperieren wir mit dem lokalen PSP Cellulant, sodass Ihr Unternehmen mobile Zahlungsmethoden in mehreren afrikanischen Ländern ohne Komplikationen akzeptieren kann. Cellulant verarbeitet 12 % aller in Afrika abgewickelten digitalen Zahlungen und steht 120 Banken in Afrika als Anbieter für Mobile Banking und mobile Zahlungen zur Verfügung.

Zahlungsablauf

M-Pesas Zahlungsablauf ist einfach und effektiv. Bei der Zahlungsabwicklung können Benutzer in fünf einfachen Schritten Einzel- oder Teilzahlungen vornehmen:

  1. Auswahl der Zahlungsmethode: Ihr Unternehmen hat die Möglichkeit, M-Pesa oder andere Zahlungsoptionen, wie „Airtel“ und Mobile Banking, anzubieten.
  2. Eingabe persönlicher Daten: Es werden Daten wie Benutzername, E-Mail-Adresse und Telefonnummer eingeben. Hierdurch wird eine Umleitung zu dem PSP initiiert. Wenn das Unternehmen diese Daten nicht übermittelt, wird der Benutzer auf die Checkout-Seite von Adyen weitergeleitet.
  3. Checkout-Seite: Der Benutzer wird auf eine vom PSP gehostete Checkout-Seite weitergeleitet. Unser lokaler Partner ist in diesem Fall Cellulant.
  4. Auswahl der Zahlungsmethode: Der Benutzer kann den Betrag überprüfen, seine Telefonnummer auswählen und die Zahlung bestätigen.
  5. Sobald die Zahlung bearbeitet wurde, erhält der Benutzer eine Nachricht seines mobilen Zahlungsanbieters, in der der Zahlungsstatus aufgeführt wird. Durch einen Klick auf „Weiter einkaufen“ gelangt der Benutzer zurück auf die Startseite.

Bei Teilzahlungen erhalten die Benutzer eine Push-Benachrichtigung mit einer Referenznummer und einer konfigurierbaren Zahlungsfrist. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Zahlung tatsächlich geleistet wird und jeder Beteiligte für seinen Teil der Zahlung aufkommt. Durch dieses System haben Familien beispielsweise die Möglichkeit, gemeinsam ihre Ressourcen für einen größeren Kauf zu bündeln. Das Buchen von Flügen stellt hier einen gängigen Anwendungsfall dar.

Auf in den kenianischen Markt

 Angesichts rekordverdächtiger Investitionen und einer schnell wachsenden technologischen Infrastruktur ist dies der perfekte Zeitpunkt, um Ihre Geschäfte in Ostafrika auszuweiten.

Auf in den kenianischen Markt

Die „Silicon Savannah“ ruft!

Angesichts rekordverdächtiger Investitionen und einer schnell wachsenden technologischen Infrastruktur ist dies der perfekte Zeitpunkt, um Ihre Geschäfte in Ostafrika auszuweiten.

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