„Do Not Honor“: Erfolgreiche Transaktionen trotz Fehlercodes

Chris Laumans
Product Owner - Auth Rates

Was verbirgt sich hinter dem Fehlercode „Do Not Honor“? Und wie kann man den betroffenen Zahlungsversuch doch noch erfolgreich abwickeln?

Beim Blick in die Transaktionsdaten des eigenen Zahlungsverkehrs sieht man oft eine Reihe von abgelehnten Zahlungen mit dem Fehlercode „05: Do Not Honor“.

Dabei kann dieser Fehlercode zwischen 10% und ganzen 60% der abgelehnten Zahlungen ausmachen. Eine Aufschlüsselung der Prozentsätze nach Land können Sie unten einsehen:

Abgelehnte Zahlungen nach Land

Doch wieso wird beim Fehlercode 05 eine Karte eigentlich abgelehnt? Und wie sollte man damit umgehen? Sollte man einen erneuten Versuch mit der Karte starten? Wenn ja, tut man das gleich oder wartet man eine bestimmte Zeit ab? Oder bittet man den Käufer einfach um eine alternative Zahlungsmethode?

Leider gibt es auf diese Fragen keine pauschalen Antworten. Doch wir haben an dieser Stelle einige mögliche Erklärungen für den Fehlercode 05 zusammengestellt, die wir bei der Analyse von Autorisierungsraten und durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kartenanbietern identifizieren konnten.

Mangelnde Deckung als Tarnung

In etwa der Hälfte der Fälle bedeutet „Do Not Honor“ das Gleiche wie „Mangelnde Deckung“ (Insufficient Funds). Diese ungenaue Benennung des Fehlercodes rührt oft daher, dass Issuer (oder auch Processors) den Ablehnungsgrund nicht näher bestimmen. Das wiederum ist auf veraltete Systeme oder einen Mangel an Einzugsermächtigungen bzw. Überwachungsmaßnahmen durch die Kartenaussteller zurückzuführen.

Wenn kein spezifischer Ablehnungsgrund identifiziert werden kann, geben Issuer dann oft einfach pauschal den Fehlercode „Do Not Honor“ zurück.

Aus den Daten verschiedener Banken geht hervor, dass die Fehlercodes „Do Not Honor“ und „Mangelnde Deckung“ austauschbar sind. In dem folgenden Diagramm sehen Sie eine entsprechende Analyse der Vorgehensweise der Top-5-Banken aus Großbritannien und den USA.

Oft ist hier eine ungewöhnlich hohe „Do Not Honor“-Rate zu beobachten und eine sehr niedrige „Mangelnde Deckung“-Rate. Da mangelnde Deckung nun aber die häufigste Fehlerquelle ist, können wir davon ausgehen, dass hier ein Code stellvertretend für den anderen steht.

Banken Vergleich mangelnde Deckung

Nicht übereinstimmende Zahlungsdaten

Einige Transaktionen schlagen fehl, wenn die angegebenen und hinterlegten AVS- oder CVC-Daten nicht übereinstimmen. Da es allerdings keinen spezifischen Fehlercode für AVS-Unstimmigkeiten gibt und nur Visa einen entsprechenden Code für CVC-Fehler hat, greifen Issuer wiederum oft auf „Do Not Honor“ zurück.

Es lohnt sich also, sich bei diesen Fehlermeldungen auch die CVC- und AVS-Antwortnachrichten sowie das Ablaufdatum der Karte anzusehen – dort sind möglicherweise weitere Indizien zu finden.

Betrugsrisiko

Die wohl sinnvollste Verwendung des „Do Not Honor“-Fehlercodes ist beim Verdacht auf Betrug. Dabei liegt es im alleinigen Ermessen des Issuers, welche Transaktionen als verdächtig eingestuft werden. Selbst wenn eine Karte eigentlich nicht als gestohlen oder verloren gemeldet wurde, können Issuer aufgrund anderer Faktoren eine Zahlung ablehnen.

So etwa, wenn mitten in der Nacht der internationale Transfer eines hohen Geldbetrags ohne zusätzliche Authentifizierung beantragt wird. Ein Issuer mag zwar einen ganz spezifischen Ablehnungsgrund haben, jedoch hat er keine Möglichkeit, Ihnen diesen mitzuteilen. Er kann nur aus den Antwortcodes wählen, die im ISO-8583-Standard festgelegt wurden.

Womöglich fragen Sie sich nun, warum Issuer nicht den Code „59: Manipulationsverdacht“ zurückgeben. Da haben Sie recht. Allerdings gibt VisaNet alle „59: Manipulationsverdacht“-Fehlercodes als „05: Do Not Honor“ aus, was eine wenig bekannte Tatsache ist.

Dies ist vermutlich auch wieder auf ein Legacy-System zurückzuführen. Dadurch können unangenehme Situationen, in denen Verkäufer und Kunde dem 59-Fehlercode gegenüberstehen, auf diese Weise vermieden werden.

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Vergangene Shopper-Aktivitäten im Kontext

Ihre Kunden tätigen ihre Einkäufe höchstwahrscheinlich bei mehreren Händlern, also nicht nur bei Ihnen. Es ist durchaus möglich, dass sie kurz vor dem Besuch in Ihrem Geschäft auf einer „High-Risk“-Website eingekauft oder einfach sehr viel eingekauft haben.

Dies sind Faktoren, die Issuer aufhorchen lassen und zu einer „Do Not Honor“-Antwort führen können. Die Authentizität Ihres restlichen Zahlungsverkehrs wird dabei nicht gewichtet – die Entscheidung zur Ablehnung wird allein aufgrund der Aktivitäten des Einkäufers getroffen. Um in diesem Szenario Ihre Fehlercodes zu minimieren, helfen eine gute Abrechnungs- und Retry-Strategie.

„Do Not Honor“-Fehlercodes näher bestimmen – mit den abgeleiteten Ablehnungsgründen von Adyen

Wir haben also gesehen, dass der Fehlercode „Do Not Honor“ den tatsächlichen Ablehnungsgrund einer Transaktion nicht wirklich preisgibt. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, wie diese Gründe identifiziert werden können.

Das Adyen-Feature für abgeleitete Ablehnungsgründe (Inferred Refusal Reason) nutzt aggregierte Daten, um bestimmte Transaktionsmuster zu erkennen und auszuwerten. Anhand dieser Muster können wiederum Rückschlüsse auf den wahrscheinlichsten Ablehnungsgrund in einer gegebenen Situation gezogen werden.

Adyen sammelt und analysiert Daten aus der gesamten Plattform und kann so die spezifischen Muster der „Do Not Honor“-Antworten verschiedener Issuer aufdecken. Diese abgeleiteten Ablehnungsgründe werden sowohl in den Transaktionsantworten als auch im Adyen-Backoffice angezeigt.


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