Die Entwicklung der Payment-Branche

Hier ein Überblick über wichtige Akteure und einschneidende Veränderungen der Payment-Branche in den letzten vierzig Jahren.

Von der Goldmünze bis hin zu digitalen Wallets hat sich der Zahlungsverkehr bis heute kontinuierlich weiterentwickelt.

Doch die aktuelle Payment-Branche stellt ein besonders komplexes Gefüge dar: Hunderte von verschiedenen Unternehmen bieten Finanzdienstleistungen an, die die Zahlungsabwicklung in immer kleinere und zugleich komplexere digitale Einheiten zerlegt.

In dieser Übersicht erfahren sie alles über wichtige Akteure und einschneidende Veränderungen des Payment-Markts in den vergangenen vierzig Jahren.

Weiter unten finden Sie zudem praktische Definitionen von zwölf häufig verwendeten Payment-Begriffen.

Erfindungen vor dem Zeitalter des Internets

Im Jahr 1979 führte Visa das erste Kreditkartenterminal ein. Bereits in den 1980ern waren elektronische Payment-Plattformen nicht mehr aus dem Einzelhandel wegzudenken. Sie etablierten sich schnell über die gesamte Branche hinweg und trugen auf diese Weise erheblich zur Entstehung von großen Hardware-Herstellern wie Hypercom, Ingenico und Verifone bei.

Das Kartenterminal veränderte die Rolle von Zahlungsnetzwerken und Zahlungsabwicklern (Processor) grundlegend, denn diese mussten sich von traditionellen Unternehmensmodellen, die auf Papierbelegen basierten, verabschieden und sich in Anbieter elektronischer Kommunikationsdienste verwandeln. Vor dem Internetzeitalter bedeutete dies, dass zunächst ein Netzwerk aus Telekommunikationsrelais und Daten-Management-Plattformen geschaffen werden musste. Dieses sollte der ganzen Welt effiziente und kostengünstige elektronische Processor-Dienste bereitstellen.

Das komplexe System der Terminals wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Doch als Mitte der 90er Jahre das Internet eingeführt wurde, veränderte sich auch die Denkweise bezüglich der bis dato verwendeten Terminals. Internetbasierte Unternehmen forderten ein neues, virtuelles Processing (Zahlungsabwicklung), die den Bedürfnissen des Onlinehandels gerecht werden sollte.

Mit dem Ziel, ebendiese Bedürfnisse zu erfüllen, entstand eine Vielzahl von neuen Unternehmen – darunter Authorize.net, CyberSource und Bibit. Aufgrund der hohen Markteintrittsbarrieren im Processing-Markt entschieden sich die neuen Unternehmen dagegen, mit den großen Zahlungsabwicklern zu konkurrieren. Stattdessen legten sie ihren Fokus auf die Schaffung von händler- und verbraucherfreundlichen Technologien.

Die Unternehmen wurden als sogenannte Payment Gateways (siehe Definition unten) bekannt.

Gateways waren sozusagen das webbasierte Gegenstück zu Zahlungsterminals – sie machten die Abwicklung internetbasierter Transaktionen für bereits bestehende Processors möglich.

Technologie treibt den Wandel voran

Im Jahr 1994 erschien ein Start-up namens Amazon.com auf der Bildfläche. Nur ein Jahr darauf folgte eBay. Der Onlinehandel boomte und Payment Gateways leiteten eine immer größere Anzahl von Transaktionen an die Processors weiter. Anstatt eigene Gateways zu entwerfen, erwarben Processors daraufhin bestehende, leistungsfähige Gateways.

Doch die Integration dieser erworbenen Systeme stellte sich als sehr schwierig heraus, denn zu diesem Zeitpunkt wickelten Tausende von Händlern Milliarden von Transaktionen immer noch über die alten Plattformen ab. Die Migration von Kunden (sowie deren Transaktionsvolumen) zu einer neuen Plattform war – und ist bis heute – eine komplexe Herausforderung.

Zur gleichen Zeit verzeichneten Gateways weitere Erfolge. Die Unternehmen spezialisierten sich immer mehr auf verschiedene Handelsbereiche, sodass ein einzelnes Gateway nicht mehr die Bedürfnisse einer gesamten Kundenbasis eines Processors erfüllen konnte.

Um ihrem breitgefächerten Kundenstamm gerecht zu werden, mussten Processors nun mit mehreren Gateways gleichzeitig arbeiten. Teilweise wurden veraltete Abwicklungssysteme einfach mit neuer Technologie nachgerüstet.

Bereits in den 2000ern konnten Softwareentwickler direkte Integrationen mit Gateways erstellen und Transaktionen so an eine Vielzahl von verschiedenen Processors weiterleiten. Auch in anderen Bereichen kam es zu Innovationen: Beispiele sind die immer leistungsfähigere, lokale Datenspeicherung und -verarbeitung, die Datenverschlüsselung, die Tokenization und die Integration von Zahlungen in Point-of-Sale-Software. 

Eine neue Ära: Die Qual der Wahl

Wer heutzutage ein Unternehmen führt, muss sich zwischen einer Vielzahl verschiedener Zahlungsanbieter entscheiden. Klassische Banken bieten Processing an, doch oftmals bestehen ihre Systeme aus zahlreichen unzusammenhängenden Technologien, von denen einige noch aus den 1980ern stammen. Start-ups, die sich ausschließlich auf Gateways spezialisieren, können ebenfalls Zahlungen verarbeiten. Da sie aber in der Wertschöpfungskette des Payment-Markts nur kleine Akteure sind, muss ihre Technologie weiterhin mit alten Systemen verknüpft werden. Zudem tummeln sich am Markt zahlreiche unabhängige Lösungen zur Betrugsabwehr, doch wenn Unternehmen separate Anbieter für Processing und Betrugsabwehr in Anspruch nehmen, benötigen sie mehr Personal zur Verwaltung dieser getrennten Bereiche.

Wenn sich bereits die Auswahl aus all diesen Zahlungsoptionen schwierig gestaltet, wie sieht es dann erst bei der tatsächlichen Integration in Ihr Unternehmen aus? Keine Sorge, es geht auch einfach!

Wir bei Adyen haben eine Kernaufgabe: Wir möchten Händlern die Entscheidungen im Payment-Prozess erleichtern. Adyen umfasst die gesamte Wertschöpfungskette des Zahlungsverkehrs und ist demnach eine End-to-End-Lösung, die den gesamten Zahlungsfluss von der Kasse bis zur Endabrechnung steuern kann.

Dazu gehören Hunderte von Zahlungsmethoden mit direkter Anbindung an Kartensysteme und Lösungen zur Betrugsabwehr – alles auf einer einzigen Plattform. Adyen ist Payment Gateway, Risikomanagementsystem und Acquirer in einem: So können Sie Ihre Abläufe optimieren, Kosten senken und bessere Geschäftsergebnisse erzielen.

Adyen Plattform vs. traditionelle Plattform

Adyen Wertschöpfungskette

Zum Mitreden: 12 häufig verwendete Payment-Begriffe

Begriffe und Abkürzungen zum Thema Payment sind oftmals verwirrend. Autorisierungsrate? PCI? POS? Kein Problem, wir helfen Ihnen gerne. Nachfolgend finden Sie zwölf häufig verwendete Begriffe der Branche samt Definition. 

Acquirer (auch Acquiring-Bank): Eine Bank oder ein Finanzinstitut, welche(s) es einem Unternehmen ermöglicht, Zahlungen zu akzeptieren. Ein Acquirer ist also die Bank des Unternehmens.

Autorisierung: Eine Autorisierung erfolgt, wenn ein Issuer (Kartenaussteller) wie etwa eine Bank oder ein Kreditkartenunternehmen die Kaufanfrage eines Käufers bestätigt. Nach der Genehmigung belastet der Issuer das Konto des Karteninhabers mit dem autorisierten Betrag, um die Übertragung vorzubereiten (tatsächlicher Geldtransfer). Die Autorisierungsrate ist demnach der Prozentsatz an Transaktionen, die autorisiert werden.

Kartennetzwerke (oder Kartensysteme): Die größten Kartennetzwerke sind zwar Visa, Mastercard, American Express, Discover und UnionPay, dennoch ist ein Kartennetzwerk keinesfalls dasselbe wie ein Kreditkartenunternehmen. Kartennetzwerke stellen die technische Infrastruktur bereit, legen Regeln für das Processing fest und berechnen Gebühren für die Dienstleistung.

Chargeback: Wenn Käufer mit einer Belastung ihrer Karte nicht einverstanden sind, können sie zunächst eine Rückerstattung fordern. Falls sich der Händler jedoch weigert, können die Käufer ihre Bank bitten, eine Rückbuchung (oder Chargeback) zu tätigen. Dies ist dann der Ausgangspunkt eines Streitverfahrens, in welchem auf Grundlage der von beiden Parteien vorgelegten Beweise bestimmt werden muss, wer nun für die Transaktion haftbar ist. Gründe für ein Chargeback können Betrug, fehlerhafte oder nicht gelieferte Waren sein.

Betrug: Eine Transaktion, die von einem böswilligen Akteur entweder angestrebt oder gar abgeschlossen wurde.

Interchange-Gebühr: Eine Gebühr, die vom Händler für jede kartenbasierte Transaktion über die Acquiring-Bank an den Issuer (kartenherausgebende Bank) des Käufers gezahlt wird. Die Höhe der Gebühr hängt von der Kartenart, dem Transaktionswert und der Händlerkategorie ab.

Issuer (oder Issuer-Bank, Kartenherausgeber): Die Issuer-Bank stellt Verbrauchern verschiedene Karten, wie Kredit- oder EC-Karten, aus. Die Issuer-Bank ist demnach die Bank des Käufers.

Lokale Zahlungsmethoden (oder alternative Zahlungsmethoden): Jede Zahlungsmethode, die kein großes Kartennetzwerk ist.

Die Kartenzahlung gehört nicht in allen Märkten zu den führenden Zahlungsmethoden. In einigen Märkten werden Zahlungen eher per Banküberweisung, Lastschriftverfahren, digitale Wallets wie Apple Pay oder Samsung Pay, oder durch Bargeldzahlung getätigt. Hier mehr erfahren >

POS (Point-of-Sale): Eine Point-of-Sale-Lösung ist die Kombination aus Hard- und Software, dank der Käufer Waren und Dienstleistungen in einem traditionellen Ladengeschäft erwerben können.

Payment Gateway: Ein Service, der Händler bei der Einführung von E-Commerce-, In-App- und Point-of-Sale-Zahlungen für eine Vielzahl von Zahlungsmethoden unterstützt. Gateways sind nicht direkt am Geldfluss beteiligt. Normalerweise handelt es sich um Webserver, mit dem die Website oder das POS-System von Händlern verknüpft ist. Ein Payment Gateway fasst oft mehrere Acquiring-Banken und Zahlungsmethoden in einem System zusammen und verknüpft diese miteinander.

Zahlungsdienstleister (auch PSP, Payment Solution Provider genannt): Ein Unternehmen, das die Funktionen eines Payment Gateways und eines Processors in sich vereint und Verbindungen zu mehreren Acquiring- und Zahlungsnetzwerken herstellen kann.

PCI-Compliance: Der PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard, ein Regelwerk im Zahlungsverkehr) wurde von den großen Kartennetzwerken entwickelt, um die Datensicherheit von Karteninhabern zu gewährleisten und das Betrugsrisiko zu verringern. Alle Organisationen, die Kartenzahlungen verarbeiten, müssen PCI-konform sein.

Lesen Sie als nächstes:

Wofür PCI steht und was Sie dafür tun müssen

6 Minuten


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